Tönnies: „Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen und einer starken Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft sichern wir die Zukunft unserer Branche.“
Lorup. Mehr als 350 Gäste aus Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Politik und Verbänden folgten am Dienstagabend der Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Hartmut Moorkamp zur Veranstaltung „Auf den Punkt gebracht: Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft im Emsland“ bei der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh Hümmling e.G. (EZG) in Lorup. Als Gäste begrüßte Moorkamp den CDU-Landratskandidaten Marc-André Burgdorf sowie den Gesellschafter und Geschäftsführer der Premium Food Group, Clemens Tönnies, der den Hauptvortrag des Abends hielt.
Zum Auftakt hieß der Vorstandsvorsitzende der EZG Lorup, Jens Suren-Schmitz, die zahlreichen Gäste willkommen. Er betonte die Bedeutung einer starken Erzeugergemeinschaft und des engen Schulterschlusses zwischen Landwirtschaft und Vermarktung.
In ihren anschließenden Kurzimpulsen hoben Hartmut Moorkamp und Marc-André Burgdorf die große Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft für das Emsland hervor. Beide machten deutlich, dass die Landwirtschaft zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stützen der Region gehört und hervorragende Zukunftsperspektiven hat. Zugleich plädierten sie für mehr marktwirtschaftliche Prinzipien, weniger Subventionen und vor allem für verlässliche politische Rahmenbedingungen. Landwirte und Unternehmen benötigten Planungssicherheit, um investieren und langfristig erfolgreich wirtschaften zu können.
Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Clemens Tönnies. Er zeichnete ein eindringliches Bild der aktuellen Situation der Schweinebranche, die sich nach seiner Einschätzung in einer akuten Notsituation befinde. Die vielfältigen Herausforderungen könnten nur gemeinsam bewältigt werden. Deshalb stellte Tönnies die Partnerschaft zwischen Erzeugern und Produzenten in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft müssten künftig noch enger zusammenarbeiten, mit einer Stimme sprechen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen.
Als konkrete Ansätze brachte Tönnies neue Preis- und Vermarktungsmodelle sowie engere Formen der Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und der verarbeitenden Industrie ins Gespräch. Dabei sprach er sich ausdrücklich für regionale Dialoggespräche mit Verbänden, Erzeugergemeinschaften und Landwirten aus. Ziel sei es, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, die zu einer verlässlicheren Marktpreisbildung und mehr Planungssicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebe beitragen. Mehrfach lud Tönnies die anwesenden Landwirte und Vertreter der Verbände ein, mit ihm persönlich ins Gespräch zu kommen, um diese Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Hartmut Moorkamp griff das Angebot auf: „Ich nehme dieses Gesprächsangebot gerne auf und werde zwischen Landwirtschaft, Verbänden und Ernährungswirtschaft vermitteln. Wenn wir gemeinsam zu verlässlicheren Marktpreisen und mehr Planungssicherheit für unsere Landwirte beitragen können, ist das ein wichtiger Schritt für die Zukunft unserer Branche.“
Trotz aller Herausforderungen zeigte sich Tönnies überzeugt von den Zukunftsperspektiven der heimischen Landwirtschaft und insbesondere der Schweinehaltung. Mit einem Augenzwinkern erklärte er: „Bauer ist der schönste Beruf der Welt – nach Metzger.“ Zugleich lobte Tönnies die Arbeit des Bundeslandwirtschaftsministers und dessen Administration. Die Unterstützung der Branche sei ein großer Fortschritt. Auch mit Blick auf internationale Märkte sprach er sich für freien Handel aus, den er als große Chance für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft bezeichnete.
Im Anschluss entwickelte sich ein intensiver und sachlicher Austausch mit den Gästen. Zahlreiche Fragen und Wortbeiträge machten deutlich, dass die Bereitschaft groß ist, gemeinsam an Lösungen für die Zukunft der Branche zu arbeiten.
Hartmut Moorkamp zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Die große Resonanz mit mehr als 350 Gästen zeigt, wie wichtig dieses Thema für unsere Region ist. Die Landwirtschaft ist und bleibt ein starker Wirtschaftsfaktor im Emsland. Umso wichtiger ist es, Politik, Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft an einen Tisch zu bringen und gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen der Zukunft zu sprechen.“ Die im Vorfeld angekündigten Proteste blieben aus. Die Veranstaltung verlief über den gesamten Abend hinweg ruhig, respektvoll und war von einem konstruktiven Austausch geprägt.
(Foto: Tönnies): Stephan Tiaden (Geschäftsführer EZG), Hartmut Moorkamp, Marc-André Burgdorf, Jens Suren-Schmitz (Vorstandsvorsitzender EZG), Clemens Tönnies und Thomas Korte (Vorsitzender Kreisverein Aschendorf-Hümmling Emsländisches Landvolk)



